• Öl auf Boden

Sanierung von Kontaminationen

Die Sanierung von Umweltschäden ist Vertrauenssache. Durch das Beherrschen und die richtige Auswahl der Sanierungsverfahren werden dem Auftraggeber hohe Kosten erspart.

Aushub von kontaminiertem Boden 

Wurde durch Bodenuntersuchungen kontaminiertes Erdreich aufgefunden, so schreibt die Behörde in den meisten Fällen eine Sanierungsmaßnahme mit Sanierungszielen vor. Wir führen diese Sanierungsmaßnahmen durch und beraten und begleiten Sie vor, während und nach der Sanierung auch in behördlicher Hinsicht (siehe Behörden).

Grundwasserreinigung durch Abpumpen und Reinigung (pump & treat)

„Pump & Treat“-Verfahren werden zur Entfernung von MKW, LHKW, BTEX, PAK, Phenolen und Schwermetallen eingesetzt. Je nach Schadstoffspektrum und -konzentration kommen unterschiedliche Aufbereitungskomponenten zum Einsatz. 

Wir beraten Sie gerne, welches Verfahren das optimale für Ihre Situation ist. Rufen sie uns bitte unter +43 (0)3357/42309 an  oder kontaktieren Sie uns schriftlich.

Bodenluftabsaugung

Die Bodenluftabsaugung wird zur Entfernung von leichtflüchtigen, halogenen Kohlenwasserstoffen (LHKW) und leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffen (BTEX) aus der ungesättigten Bodenzone und zur Reinigung des Kapillarsaums eingesetzt. Durch Erzeugen eines Luftstroms durch Unterdruck können Schadstoffe mobilisiert und ausgetragen werden. Schadstoffbelastete Abluft wird in unseren Filteranlagen gereinigt.

Hightech-Verfahren wie Bioventing und Biosparging

Boden- und Grundwasserverunreinigungen durch Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) sind grundsätzlich mikrobiologisch abbaubar. Liegt ein bereits älterer Schadensfall vor, so ist davon auszugehen, dass bereits Bodenbakterien mit der Fähigkeit zum MKW-Abbau vorhanden sind. Die MKW dienen den Mikroorganismen dabei als Nährstoffquelle. Der biologische Schadstoffabbau wird aber durch die Verfügbarkeit von Sauerstoff, den die Mikroorganismen zum Veratmen benötigen, limitiert. Der belastete Boden wird bei dem Bioventing- und Biosparging-Verfahren nicht abgetragen sondern verbleibt an Ort und Stelle. Umgebungsluft strömt über die Belüftungsbohrungen in einen Absaugbrunnen im Schadensherd kontinuierlich nach und ergänzt die abgesaugte Bodenluft. Infolge des Sauerstoffeintrages, der meist den limitierenden Faktor im Untergrund darstellt, wird der mikrobiologische Abbau gefördert. 

Während beim Biosparging Luft in die gesättigte Zone eingeblasen wird, erfolgt der Eintrag von Luft beim Bioventing in die nichtwasserführende (ungesättigte) Zone. Die eingebrachte Luft steigt auf und regt die vorhandenen Mikroorganismen an, den Kontaminationsabbau zu beschleunigen.

Diese Verfahren kommen hauptsächlich in stark bebauten Gebieten zum Einsatz, in denen ein Bodenaustausch nicht möglich oder technisch sehr aufwändig wäre. 

Bodensanierungsanlage
Bodenluftabsauganlage

 
Vertikale und horizontale Bodenspülung

Durch Einbringen von Reinwasser über Versickerungsleitungen oder Grundwasserbrunnen wird eine horizontale oder vertikale Strömung erzeugt, die die im Boden haftenden Schadstoffe mobilisiert. Das Abpumpen und Reinigen des schadstoffbelasteten Wassers dünnt die Kontamination aus und entfernt sie aus dem Boden bzw. Grundwasser. Unter Beachtung wasserrechtlicher Bestimmungen kann der Spülungseffekt durch Zusatz geeigneter Detergentien beschleunigt werden.

Referenzen

Sanierung Tankstelle Klenner Oberschützen

Aufgabenstellung: Behördlich vorgeschriebene Beprobung im Zuge der Auflassung einer Tankstelle mit anschließender Sanierung aufgrund von Kontamination.

Ausgangssituation: Auflassung der Tankstelle 2016

Vorgehensweise: Erkunden und Eingrenzen der Kontamination mittels 18 Rammkernsondierungen und Grundwassersonden

Analyseparameter: Summe-Kohlenwasserstoffe (H18) im Feststoff und im Eluat

Ergebnis: Die Kontamination mit Ottokraftstoff (Benzin) hat ihren Ausgangspunkt beim Zentralfüllschacht und reicht bis ins Grundwasser. Es hat sich eine etwa 30m lange Schadstofffahne in westliche Richtung (Grundwasserströmungsrichtung) gebildet.

Fazit: Es wurde ein Sanierungskonzept ausgearbeitet, welches eine Kombination von partiellem Bodenaustausch und Grundwassersanierung vorsieht. Das Erdreich im Kontaminationszentrum wurde mittels Aushub entfernt, zeitgleich wurde ein Sanierungsbrunnen im Bereich des Schadenszentrums gesetzt. Durch einen Sperrbrunnen, welcher abstromig am unteren Ende der Schadensfahne errichtet wurde, konnte ein weiteres Ausbreiten verhindert werden. Durch Abpumpen des Grundwassers in den Brunnen wurde ein Absenktrichter erzeugt, welcher Grundwasser im Umkreis von bis zu 26m erfasst. Das abgepumpte Grundwasser wurde über Mineralölabscheider gereinigt. Um den Sanierungsprozess zu beschleunigen wurde anstromig ein Dotierungsbrunnen errichtet. Der Dotierungsbrunnen diente dem Einleiten von Frischwasser in Trinkqualität, um Spülungen des verunreinigten Bodens durchzuführen. Die Pumpphase wurde solange fortgeführt bis eine 3 Monate andauernde Unterschreitung der Sanierungsziele erreicht wurde. Im Anschluss begann eine 6 monatige Monitoringphase. In dieser Zeit durften die Grundwasserproben die Sanierungsgrenzwerte nicht übersteigen. Die Sanierungszeit wurde auf 24 Monate geschätzt. Der Anlagenbetreiber wurde hinsichtlich technischer Sanierung, Behördenverhandlungen und Versicherungsfragen umfassend beraten, so dass sich die Kosten der Sanierung auf ein Minimum beschränkten.

Sanierung Tankstelle Hammerschmidt Klosterneuburg

Aufgabenstellung: Behördlich vorgeschriebene Beprobung im Zuge der Auflassung einer Tankstelle mit anschließender Sanierung aufgrund von Kontamination.

Ausgangssituation: Die Betriebstankstelle war über Jahrzehnte in Verwendung. Die Anlage befindet sich im denkmalgeschützten Stadtkern von Klosterneuburg.

Vorgehensweise: Demontage der Anlage, Asphaltaufbruch und Entsorgung, Aushub Lagertank, Beprobung der offenen Baugrube, Hinterfüllen mit geeignetem Material

Analyseparameter: Kohlenwasserstoff-Index (GC) im Feststoff und im Eluat, Grundwasseruntersuchung

Ergebnis: Der Boden und das Grundwasser sind im Bereich der Tankstelle bis auf eine Tiefe von 7 m verunreinigt. Die Kontamination liegt sowohl unterhalb des Freiplatzes als auch unterhalb denkmalgeschützter Gebäude.

Fazit: Mit Hilfe von weiteren Rammkernsondierungen und Grundwassersonden konnte der Kontaminationsbereich eingegrenzt werden. Da ein Entfernen des kontaminierten Bodens durch Aushub aufgrund der beengten Lage und des bestehenden Denkmalschutzes nicht möglich war, musste ein umfangreiches Sanierungskonzept ausgearbeitet werden. Dieses sieht (1) eine hydraulische Grundwassersanierung durch Abpumpen von kontaminiertem Grundwasser über Sanierungsbrunnen, (2) die Durchführung von horizontalen und vertikalen Bodenspülungen und den Einsatz des (3) Bioventing/Biosparging-Verfahrens vor. Bei letzterem Verfahren wird mittels einer speziellen Anlage Luft über 9 Belüftungspegel in das verunreinigte Grundwasser und Boden geblasen, wodurch der Untergrund mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Dies ermöglicht mineralölabbauenden Bakterien im Untergrund zu wachsen. Über 6 Absaugpegel wird das dabei entstehende Kohlendioxid, welches als Stoffwechselendprodukt das weitere Bakterienwachstum hemmen würde, aus dem Untergrund entfernt. Bei dem gewählten Sanierungskonzept erfolgt das Entfernen der Kontamination in-situ, d.h. an Ort und Stelle ohne Entfernen des Bodens durch Aushub. Die Anlagen befinden sich derzeit in Betrieb. Die Dauer der Sanierung wurde auf ca. 3 Jahre ausgelegt.

Unternehmen

envotec - Umwelt & Sanierung GmbH
Hauptstraße 1
7423 Pinkafeld


Kontakt

Telefon/Fax: +43 (0)3357/42309
E-Mail: office@envotec.at
Web: www.envotec.at



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